Geschichte der SWL Energie AG

1727
Der Rat der Stadt Lenzburg beschliesst, die Gassen der Stadt versuchsweise mit Laternen erleuchten zu lassen. Vorerst dienen Kerzen und Petrol als Mittel zur Erzeugung von Licht, bis schliesslich das Leuchtgas erfunden wird.

1856
Auf Lenzburger Boden gibt es elf Wasserwerke, die Maschinen antreiben.

1874
In Lenzburg wird die erste private Gasgesellschaft gegründet.

1889
Die erste Wasserversorgungs-Gesellschaft entsteht. Sie befindet sich wie die Gasgesellschaft in privatem Besitz.

1899
Die «fortschrittlich gesinnten Bürger» von Lenzburg setzen sich zum Ziel, die Elektrizität einzuführen.

1903
Nach eingehenden Abklärungen, Berechnungen und Verhandlungen schliesst die Gemeinde Lenzburg mit der Motor AG (Motor-Columbus AG) in Baden einen Vertrag über die Erstellung eines Versorgungsnetzes für «Beleuchtungs- und Industriezwecke» ab. Damit ist das Zeitalter der Elektrifizierung gekommen. Noch im gleichen Jahr kauft die Gemeinde das Gaswerk und schliesst es sogleich, weil Leuchtgas durch die Einführung der elektrischen Beleuchtung überflüssig geworden ist.

1910
Das Netz der privaten Wasserversorgungs-Gesellschaft geht an die Einwohnergemeinde über. Die Kapazität der Anlagen erweist sich aber als zu gering; in trockenen Jahren mangelt es an Wasser. Die Gemeinde Niederlenz hilft immer wieder mit umfangreichen Wasserlieferungen aus, doch die Versorgungsschwierigkeiten dauern an.

1912
Der Stadtrat beauftragt eine Spezialkommission zu prüfen, ob die Einführung der Gasversorgung für Haushalt und Industrie die Chancen der Elektrizität schmälern würde. Die Kommission kommt zum Schluss, dass Strom und Gas unterschiedliche Bedürfnisse befriedigen würden: «Elektrisches Licht ist die idealste Beleuchtungsart; der Elektromotor bietet Vorteile, die auf keinem Wege erreichbar sind, anderseits wird das Steinkohlengas als Wärmequelle für Haushalt und Gewerbe noch für Jahrzehnte hinaus unerreichbar dastehen».

1914
Das neu gebaute Steinkohlegaswerk Lenzburg nimmt die Produktion auf.

1918
Sämtliche Wohnungen der Gemeinde Lenzburg verfügen über elektrisches Licht. Die schnelle Durchsetzung der Elektrizität liegt unter anderem daran, dass Petroleum und Kohle knapp sind.

1922
Die Gemeinde legt die bis anhin einzeln geführten Elektrizitäts-, Gas- und Wasserversorgungsbetriebe zu den «Städtischen Werken Lenzburg» zusammen. Dieser Schritt bewirkt eine wesentliche Vereinfachung in Betrieb und Verwaltung.

1931
Das Pumpwerk Hard I wird in Betrieb genommen, das 3‘600 Liter Wasser pro Minute liefert.

1961
Das Grundwasser-Pumpwerk Hard II versorgt sowohl Lenzburg (11‘000 Liter pro Minute) als auch Wohlen (7‘000 Liter pro Minute) mit Wasser. Der Wasserliefervertrag zwischen den beiden Gemeinden erforderte mehrjährige Verhandlungen.

1965
Die Gemeindeversammlung beschliesst, die eigene Produktion von Stadtgas einzustellen. Stattdessen soll Lenzburg Ferngas beziehen.

1971
Erste Kunden in der Altstadt werden mit sogenannter Komfortwärme (heute Fernwärme) versorgt, um für den Stadtkern eine Alternative zu den «umweltbelastenden Einzelheizungen» bieten zu können.

1972
Die Gasversorgung wird auf Erdgas umgestellt. Dazu tritt die Stadt Lenzburg der Gasverbund Mittelland AG bei.

1978
Die elektronische Datenverwaltung für das Rechnungswesen wird eingeführt.

1982
Die Städtischen Werke beziehen den neuen Werkhof auf dem Areal der ehemaligen Gasfabrik.

1995
Die umfassenden Sanierungen der Grundwasser-Pumpwerke Hard I und II sind abgeschlossen. Gleichzeitig wurden Schutzzonen um die Pumpwerke rechtsgültig.

1996
Nach mehrjähriger Planungs- und Installationszeit wird die Netzleitanlage für Elektrizität, Erdgas, Fernwärme und Wasser in Betrieb genommen.

2002
Am 3. März befürwortet das Lenzburger Stimmvolk die Verselbständigung der Städtischen Werke zur SWL Energie AG. Das Unternehmen bleibt zu 100 Prozent im Eigentum der Einwohnergemeinde, die den Leistungsauftrag definiert. Mit diesem Schritt erhält die SWL Energie AG die passenden Strukturen für die sich öffnenden Energiemärkte. Sie wird nach unternehmerischen Kriterien geführt, kann rasch auf die Bedürfnisse von Kunden sowie auf Chancen im Markt reagieren.

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