Die Bevölkerung von Ammerswil kann diesem Sommer gelassen entgegenblicken. Sogar wenn es ein Hitzesommer wird, hat die Gemeinde genügend Trinkwasser zur Verfügung. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. In trockenen Jahren reichte das Wasser der eigenen Quellfassung und des Grundwasser-Pumpwerks nicht aus, sodass die Bevölkerung Wasser sparen musste.
Die Gemeinde stand daher vor der Entscheidung, ihre Wasserversorgung entweder auszubauen oder mit einer anderen Gemeinde zu kooperieren. Ammerswil wählte den zweiten Weg und konnte dadurch einen teuren Ausbau vermeiden. Anfang 2023 beteiligte sich die Gemeinde an der SWL Wasser AG und brachte ihre Anlagen wie Pumpwerke, Reservoir und Leitungen in das Unternehmen ein. Seither ist das SWL-Team auch für die Wasserversorgung in Ammerswil verantwortlich.
Aus zwei Wassernetzen wird eins
Damit bei Bedarf Wasser von Lenzburg Richtung Ammerswil fliessen kann, werden die Wassernetze der beiden Gemeinden zu einem Netz zusammengeschlossen. Dazu haben die SWL-Fachleute das Grundwasser-Pumpwerk in Ammerswil, das Quellwasser-Pumpwerk in Lenzburg und eine Wasserleitung umgebaut.
«Diese Arbeiten sind weitgehend abgeschlossen», sagt Marco Vago, Teamleiter Anlagen- und Netzbau. «Nun geht es noch darum, die Steuerungen so anzupassen und zu testen, dass die Leitsysteme der beiden Gemeinden zuverlässig miteinander kommunizieren. Vereinfacht gesagt: Jedes Leitsystem muss immer wissen, was das andere tut – wie es die einzelnen Wasseranlagen steuert. Nur so können wir alle Anlagen richtig aufeinander abstimmen.»
Das Besondere an diesem Projekt: Erstmals haben die SWL-Fachleute die meisten Arbeiten selbst erledigt – unter anderem Rohrbau und Installation. Laut Marco Vago bringt das einen grossen Vorteil mit sich: «Wir haben einen einheitlichen Standard umgesetzt: Jede Anlage enthält zum Beispiel die gleichen elektrischen Komponenten. Tritt in einer Anlage eine Störung auf, kennen wir ihr Innenleben und müssen uns nicht erst in ein Schema eindenken.»
Viele Arbeiten im Hintergrund
Durch den Zusammenschluss mit Lenzburg kann sich Ammerswil nun auf die nötige Versorgungssicherheit mit Trinkwasser verlassen. Falls Quellwasser und Grundwasser aus dem eigenen Gemeindegebiet einmal nicht ausreichen, wird Lenzburger Wasser ins Reservoir gepumpt.
Die SWL-Fachleute sorgen aber nicht nur dafür, dass Ammerswil immer genügend Wasser hat. Sie kümmern sich – genau wie in Lenzburg – auch um die Infrastruktur in der Gemeinde wie Verteilleitungen, Hausanschlüsse und Hydranten. Zudem sind sie für die administrativen Arbeiten im Wasserbereich und für die Hausinstallationskontrollen verantwortlich.
«Viele dieser Arbeiten laufen im Hintergrund ab und fallen nicht auf», so Marco Vago. «Darum ist der Bevölkerung oft nicht bewusst: Unsere Fachleute sind täglich im Einsatz – in Notfällen auch nachts –, damit die Wasserinfrastruktur immer zuverlässig funktioniert.»
Projekt Suret: Vorteile für alle Beteiligten
Um das Grundwasservorkommen im Gebiet Suret zu nutzen, realisieren die Gemeinden Hunzenschwil, Rupperswil und Staufen ein neues Pumpwerk. Die SWL Wasser AG beteiligt sich am Projekt. Auch diese regionale Kooperation bringt eine Win-win-Situation. Denn von der geplanten Notwasserverbindung Richtung Lenzburg profitieren alle Projektpartner: Bei ausserordentlichen Ereignissen wie technischen Störungen, Wasserverunreinigungen oder grösseren Sanierungsarbeiten können sie über die Leitung in beide Richtungen Wasser voneinander beziehen. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich 2027 und dauern drei bis vier Jahre.
Langfristige Planung wird aktualisiert
Ein wichtiger Leitfaden für jede Wasserversorgung ist die GWP – die Generelle Wasserversorgungsplanung. Dieses Instrument für die langfristige Planung zeigt, wie sich Wasserangebot und -nachfrage in den kommenden Jahren durch Bevölkerungsentwicklung, Klimawandel und andere Faktoren verändern werden. Wegen der Beteiligung am Projekt Suret und der Kooperation mit der Gemeinde Ammerswil aktualisiert die SWL Wasser AG ihre GWP. So erkennen die SWL-Fachleute frühzeitig den Ausbau- und Modernisierungsbedarf bei der Wasserinfrastruktur. Sie können die richtigen Schwerpunkte setzen und die nötigen Investitionen für diese Projekte besser planen.